21 Prozent mehr Umsatzwachstum: Was KI-Vorreiter unter Versicherern anders machen

21 Prozent mehr Umsatzwachstum: Was KI-Vorreiter unter Versicherern anders machen

Die Top 10 Prozent der Versicherer mit fortgeschrittener KI wachsen 21 Prozent stärker. Der Rest steckt im Piloten. Der Unterschied ist nicht das Modell.

Mai 21, 2026

Transformation

Der Beweis ist da

Lange war der Geschäftsnutzen von KI eine Glaubensfrage. Jetzt liegen Zahlen vor. Laut dem World Property & Casualty Insurance Report 2026 des Capgemini Research Institute erzielen die Top 10 Prozent der Versicherer mit fortgeschrittenen KI-Fähigkeiten über drei Jahre ein bis zu 21 Prozent höheres Umsatzwachstum als ihre Wettbewerber. Zusätzlich verzeichnen sie einen um rund 51 Prozent stärkeren Anstieg des Aktienkurses.

Diese Vorreiter, im Bericht als intelligence trailblazers bezeichnet, sind eine kleine Gruppe. Der Rest der Branche steckt noch im Versuchsstadium: Rund 60 Prozent der Versicherer befinden sich in der Erkundungs- oder Proof-of-Concept-Phase. Zwischen den wenigen Vorreitern und der breiten Masse öffnet sich damit eine Wettbewerbslücke, die sich Jahr für Jahr vergrößert.

Der Unterschied ist nicht das Modell

Die entscheidende Erkenntnis des Reports ist, dass der Unterschied zwischen Vorreitern und Nachzüglern nicht in besseren Modellen liegt. Die Modelle sind weitgehend dieselben. Der Unterschied liegt darin, dass die Vorreiter KI nicht als Sammlung von Werkzeugen behandeln, sondern als zentrale operative Kompetenz, die Strategie, Personal, Technologie und organisatorische Umsetzung gleichzeitig in Einklang bringt.

Das ist eine Absage an die verbreitete Werkzeug-Denke. Wer KI als Ansammlung einzelner Tools versteht, die man einkauft und nebeneinander betreibt, bleibt im Piloten stecken. Wer sie als operative Kompetenz versteht, die das ganze Haus durchdringt, kommt in die Skalierung. Der Engpass ist also nicht technischer, sondern organisatorischer Natur.

Warum so viele im Piloten stecken bleiben

Ein konkreter Befund des Reports erklärt, warum die Skalierung so oft misslingt. 42 Prozent der Versicherer erfassen keine KI-Kennzahlen. Ohne Messung lässt sich aber nicht belegen, was funktioniert und was nicht, und ohne diesen Beleg traut sich niemand, vom Piloten in den Regelbetrieb überzugehen. Die fehlende Messbarkeit ist damit ein zentraler Grund für das Verharren im Versuchsstadium.

Hinzu kommt, dass die Arbeitsabläufe in den meisten Häusern noch auf menschliche Ausführung ausgelegt sind. Die KI wird auf bestehende Prozesse aufgesetzt, statt die Prozesse für die KI neu zu gestalten. Die Lücken liegen damit in der Zusammenarbeit, in der Datenreife und in der Neugestaltung der Abläufe, also genau in den organisatorischen Voraussetzungen, die die Vorreiter geschaffen haben und die Nachzügler vernachlässigen.

Die Lücke vergrößert sich von selbst

Besonders ernst ist die Dynamik der Wettbewerbslücke. Die Vorreiter wachsen nicht nur einmalig schneller, sie bauen ihren Vorsprung über die Zeit aus, weil ihre KI-Kompetenz sich selbst verstärkt. Wer KI als operative Kompetenz beherrscht, lernt mit jedem Anwendungsfall dazu, verbessert seine Datengrundlage und beschleunigt den nächsten Schritt. Die Nachzügler dagegen bleiben im Piloten und fallen mit jedem Jahr weiter zurück.

Das macht die Untätigkeit besonders teuer. Wer wartet, verliert nicht nur die Zeit des Wartens, sondern auch den Anschluss an die, die in dieser Zeit gelernt und skaliert haben. Der Rückstand wächst, während man zögert, und er wird mit jedem Jahr schwerer aufzuholen. Genau deshalb ist der Befund des Reports ein Weckruf: Der Beweis liegt vor, und das Zeitfenster, ihn zu nutzen, schließt sich für die Nachzügler.

Vom Beweis zur Konsequenz

Der Report beendet die Phase, in der man den Nutzen von KI noch infrage stellen konnte. Die Zahlen liegen vor, und sie sind eindeutig. Damit verschiebt sich die Frage von ob zu wie: nicht mehr, ob sich KI lohnt, sondern wie ein Haus von den Piloten in die Skalierung kommt. Genau diese Konsequenz zu ziehen ist die eigentliche Aufgabe, vor der die Versicherer jetzt stehen.

Was Versicherer daraus mitnehmen sollten

Die Botschaft des Reports ist unbequem und befreiend zugleich. Unbequem, weil sie zeigt, dass der Rückstand nicht mit dem nächsten Werkzeug aufzuholen ist, sondern organisatorische Arbeit verlangt. Befreiend, weil sie zeigt, dass der Vorsprung nicht von exklusiver Technologie abhängt, sondern von der Bereitschaft, KI ernsthaft in Strategie, Daten, Prozesse und Personal zu verankern. Dieser Weg steht jedem offen.

Wir helfen Ihnen, KI von einer Sammlung von Piloten zu einer operativen Kompetenz zu machen, mit den Kennzahlen, der Datengrundlage und den neu gestalteten Abläufen, die den Sprung in die Skalierung tragen. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.

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