KI in der Marktfolge: Wie Sparkassen den Kreditprozess entlasten

KI in der Marktfolge: Wie Sparkassen den Kreditprozess entlasten

Wo Sparkassen im Kreditgeschäft wirklich Zeit verlieren und wie KI die Marktfolge entlastet, ohne die Kreditentscheidung aus der Hand zu geben.

August 7, 2026

Prozessoptimierung, Struktur & Effizienz

Wie setzen Sparkassen KI in der Marktfolge Kredit ein?

Die Vertriebsseite bekommt die Aufmerksamkeit, die Marktfolge bekommt die Arbeit. Im unsichtbaren Teil des Kreditprozesses verbrennen Sparkassen die meiste Zeit. Sparkassen setzen KI in der Marktfolge Kredit vor allem zur automatisierten Dokumentenanalyse, zur Vorprüfung von Kreditanträgen und zur Aufbereitung von Entscheidungsvorlagen ein, während die finale Kreditentscheidung beim Menschen bleibt.

Warum die Marktfolge zum Kostentreiber wird

Das Kreditgeschäft trägt einen Großteil des Zinsergebnisses einer Sparkasse. Die Kosten dafür entstehen zu einem erheblichen Teil nicht im Vertrieb, sondern in der Bearbeitung. Prüfung, Bewertung und Dokumentation binden Personal, das am Arbeitsmarkt knapp ist und teurer wird.

Die Nachfrageseite zieht bereits an. Nach dem Studienbericht Digital Finance 2025 des Branchenverbands Bitkom würden 28 Prozent der Deutschen eine KI nutzen, die ihnen die Finanzplanung abnimmt, nach 20 Prozent im Vorjahr. Wer im Antragsprozess schnell ist, gewinnt. Die Geschwindigkeit entscheidet sich in der Marktfolge.

Was die Zahlen zum KI-Einsatz im Kreditgeschäft sagen

Die Cofinpro-Studie KI im Kreditgeschäft aus dem Jahr 2025 hat 109 Kreditentscheider deutscher Finanzdienstleister befragt. 84 Prozent der Institute sehen ein hohes Potenzial von KI im Kreditgeschäft. Bei den Sparkassen erwarten 53 Prozent konkrete Wettbewerbsvorteile durch KI, bei den Privatbanken sind es 67 Prozent. Die Sparkassen liegen damit nicht vorne, aber im Rennen.

57 Prozent der befragten Institute verfügen laut Cofinpro über eine übergreifende KI-Strategie im Kreditgeschäft. Strategie allein bewegt keinen Vorgang. Der Hebel liegt dort, wo Bearbeitung tatsächlich stattfindet.

Was macht die Marktfolge Kredit so aufwendig?

Die Marktfolge Kredit prüft, dokumentiert und votiert. Sie sichtet Jahresabschlüsse, Gehaltsnachweise, Grundbuchauszüge und Sicherheitenunterlagen. Sie überträgt Werte in Systeme, gleicht sie ab und schreibt Vorlagen. Ein großer Teil dieser Arbeit ist Lesen, Sortieren und Umschreiben.

Genau diese Tätigkeiten sind strukturiert und wiederholbar. Sie folgen Regeln, sie hängen an Dokumenten, und sie erzeugen immer wieder dieselben Zwischenergebnisse. Damit sind sie der natürliche erste Ansatzpunkt für KI in der Marktfolge einer Sparkasse.

Der Personalengpass verschärft die Rechnung. Erfahrene Kreditsachbearbeiter gehen in den Ruhestand, Nachbesetzung dauert und gelingt nicht überall. KI hält die Bearbeitungskapazität stabil, wenn Köpfe fehlen, und hält Wissen im Prozess, das sonst mit den Personen das Haus verlässt.

Wo setzt KI in der Marktfolge konkret an?

Die Cofinpro-Studie bestätigt die Reihenfolge. 44 Prozent der Befragten sehen das größte Potenzial in der Dokumentenanalyse, 41 Prozent in der Kreditgenehmigung und 39 Prozent in der Antragstellung. Die Dokumentenanalyse steht an erster Stelle, weil sie den größten manuellen Aufwand bindet.

Eine KI liest den Jahresabschluss, extrahiert die relevanten Kennzahlen und überträgt sie in die Vorlage. Sie erkennt fehlende Unterlagen, bevor der Vorgang stockt. Sie fasst umfangreiche Aktenlagen zu einer Entscheidungsvorlage zusammen, die der Kreditsachbearbeiter prüft statt selbst zu schreiben.

Der Sachbearbeiter verschiebt sich damit vom Erfassen zum Entscheiden. Das ist der eigentliche Gewinn. Nicht die Maschine entscheidet über den Kredit, sondern der Mensch entscheidet schneller und auf besserer Grundlage.

Welche KI-Anwendungen stehen im Sparkassen-Verbund bereit?

Die technische Basis steht im Verbund bereit. OSPlus, die Kernbankplattform der Finanz Informatik, bildet den Kreditprozess der meisten Sparkassen ab. Auf dieser Plattform baut die Finanz Informatik ihre KI-Funktionen auf.

Der S-KIPilot, die KI-Anwendung der Finanz Informatik für den Sparkassen-Arbeitsplatz, ist tief in die Wissensbasis und das Kernbanksystem integriert. Er greift auf relevante Informationen zu, dokumentiert Kundenkontakte und fasst Dokumente zusammen. Für die Marktfolge zählt vor allem die Fähigkeit, Unterlagen zu erschließen und Vorlagen vorzubereiten.

Die Finanz Informatik investiert massiv in diese Richtung. Nach ihrem Jahresbericht 2025 lag das IT-Entwicklungsbudget bei über 400 Millionen Euro, die Umsatzerlöse stiegen auf 2,69 Milliarden Euro. KI ist im Sparkassen-Verbund keine Ankündigung mehr, sondern ein Investitionsschwerpunkt.

Neben der reinen Bearbeitung schützt KI auch die Qualität. Die Finanz Informatik setzt mit KIWI, einer Lösung zur Phishing-Abwehr im Zahlungsverkehr, ein System ein, das verdächtige Transaktionen anhand von 460 Kriterien prüft. Dieselbe Musterlogik trägt auch in der Kreditbearbeitung, etwa beim Abgleich von Unterlagen auf Unstimmigkeiten.

Was bringt KI in der Marktfolge messbar?

Effizienz ohne Zahl ist eine Behauptung. In der Cofinpro-Studie erwarten 55 Prozent der Institute verbesserte Abläufe und 51 Prozent geringere Kosten durch KI im Kreditgeschäft. Rechenbeispiele aus dem OSPlus-Umfeld beziffern das Effizienzpotenzial gezielter KI-Einführungen auf 10 bis 15 Prozent, allerdings als illustratives Szenario ohne externe Validierung.

Solche Spannen ersetzen keine eigene Messung. Wer KI in der Marktfolge einführt, muss vorher wissen, welche Durchlaufzeit, welche Fallzahl je Mitarbeiter und welche Fehlerquote heute gelten. Nur so lässt sich der ROI solcher Projekte messbar machen und gegen die Investition halten.

Warum ein Drittel der KI-Projekte scheitert

Der Grund für die Vorsicht ist real. 30 Prozent der KI-Projekte im Kreditgeschäft werden laut Cofinpro vorzeitig abgebrochen. Fehlende Zieldefinition und fehlende Messung sind häufige Ursachen. Ein Pilot ohne Baseline liefert am Ende ein Gefühl, keine Entscheidungsgrundlage.

Ohne saubere Daten bleibt jede KI hinter ihrem Potenzial. Uneinheitliche Aktenablage, fehlende Digitalisierung von Sicherheitenunterlagen und Medienbrüche zwischen Systemen bremsen die Modelle. Der erste Effizienzgewinn liegt oft nicht im Algorithmus, sondern in der Ordnung der Daten, auf die er zugreift.

Aufsichtsrechtlich bleibt die Kreditentscheidung Chefsache. Die KI liefert die Vorlage, der Mensch verantwortet das Votum. Diese Trennung ist keine Übergangslösung, sondern die Bedingung dafür, dass KI in der Marktfolge überhaupt tragfähig ist. Nachvollziehbarkeit der Entscheidung schlägt jeden Automatisierungsgrad.

Vom Assistenten zum durchgängigen Prozess

Der nächste Schritt geht über einzelne Assistenzfunktionen hinaus. Wenn mehrere Prüfschritte verkettet werden, entstehen agentische KI-Workflows, die einen Kreditvorgang von der Eingangsprüfung bis zur fertigen Vorlage begleiten und den Menschen nur an den Entscheidungspunkten einbinden. Das ist der Weg von der punktuellen Entlastung zur durchgängigen Prozessunterstützung.

Wo Sparkassen jetzt starten

Sparkassen starten am besten dort, wo der Aufwand am größten und die Regeln am klarsten sind. Die Dokumentenanalyse im Standardkreditgeschäft erfüllt beide Bedingungen. Ein enger, gut messbarer Anwendungsfall schlägt das breite Programm.

Vor dem Werkzeug steht der Prozess. Wer den Kreditvorgang nicht sauber zerlegt hat, automatisiert Unordnung. Die Reihenfolge lautet Prozess verstehen, Engpass benennen, KI gezielt einsetzen, Wirkung messen.

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Sotica begleitet Sparkassen genau auf diesem Weg. In einer Potenzialanalyse zerlegen wir Ihren Kreditprozess, benennen die Stellen mit dem höchsten Hebel und rechnen den Business Case durch, bevor Sie investieren. KI ist der Hebel, nicht die Überschrift. Buchen Sie eine Sprechstunde oder einen Workshop und starten Sie mit dem Anwendungsfall, der sich rechnet.

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Dominik Winkel

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