Wer Maklerbetreuung immer noch als reinen Beziehungskanal sieht, verliert. Wer sie als strategischen Wettbewerbsvorteil aufbaut, gewinnt.

Jul 1, 2025
Markt
Der Maklervertrieb verändert sich. Die Betreuungsmodelle noch nicht.
Versicherungsmakler stehen unter Druck: steigende Regulatorik, Konsolidierung, wachsende Erwartungen an Digitalisierung und Beratungsqualität. Gleichzeitig kämpfen Versicherer um die Gunst dieser Makler, mit Bonusprogrammen, Akademieangeboten und persönlichen Beziehungen. Was fehlt, ist eine Maklerbetreuung, die strategisch denkt. Maklerbetreuung wird damit vom Beziehungskanal zur Wettbewerbspositionierung, und sie entscheidet sich an drei Hebeln: Wissenstransfer, Prozessanbindung und Segmentierung.
Wie weit sich das Bild verschoben hat, zeigt eine Einordnung, über die AssCompact im November 2025 berichtete: Der Kontakt der Makler entfällt inzwischen zu rund 40 Prozent auf Sachbearbeiter und weitere 40 Prozent auf Fachabteilungen. Der persönliche Austausch mit dem Maklerbetreuer macht nur noch etwa 20 Prozent aus. Maklerbetreuung ist heute keine reine Vertriebsunterstützung mehr. Sie ist Wettbewerbspositionierung.
Was Makler heute wirklich brauchen
Makler suchen keine netten Gespräche. Sie suchen Partner, die ihnen helfen, ihr Geschäft zu entwickeln. Das bedeutet konkret: Unterstützung bei der Digitalisierung ihrer Prozesse, belastbares Know-how zu Regulatorik und Compliance, und vertriebliche Impulse, die sie gegenüber ihren Kunden besser positionieren.
Der Bedarf ist belegt. Laut der Studie AssCompact TRENDS sehen 77 Prozent der Makler noch deutliches Potenzial, weitere Alltagsaufgaben zu digitalisieren, und drei Viertel hoffen auf mehr Effizienz durch Automatisierung. Welche konkreten Fragen Makler dabei zu künstlicher Intelligenz stellen, behandeln wir in KI im Maklervertrieb. Versicherer, die das verstehen und in ihre Betreuungsleistung investieren, werden bevorzugt bedient. Nicht weil sie die freundlichsten Betreuer haben, sondern weil sie den höchsten Nutzwert liefern. Der Makler entscheidet mit jedem einzelnen Vorgang neu, über welchen Versicherer er ihn abwickelt, und diese Entscheidung folgt dem Aufwand, nicht der Sympathie.
Die drei Dimensionen strategischer Maklerbetreuung
Erstens Wissenstransfer. Makler brauchen aktuelles Fachwissen zu Produkten, Marktentwicklungen und regulatorischen Anforderungen, kuratiert und verdichtet statt als Materialflut. Wer dem Makler die Vorarbeit abnimmt und ihm liefert, was er für sein nächstes Kundengespräch braucht, wird zum bevorzugten Ansprechpartner. Wissen, das erst gesucht werden muss, hilft niemandem.
Zweitens Prozessanbindung. Eine reibungslose digitale Zusammenarbeit entscheidet über die Geschäftsmenge, die ein Makler über einen Versicherer abwickelt. Genau hier hakt es im Markt: Die uneinheitliche Systemlandschaft gilt in den AssCompact-Studien als größte digitale Hürde im Maklerbüro. Jeder Vorgang, der eine Schnittstelle weniger braucht, ein Formular weniger verlangt und eine Rückfrage weniger erzeugt, verschiebt Geschäft zu dem Versicherer, der die Reibung herausgenommen hat.
Drittens Segmentierung. Nicht jeder Makler braucht dasselbe. Eine moderne Betreuung ist von außen nach innen gedacht und definiert Leistungen je Segment. PwC und die Versicherungsforen Leipzig weisen darauf hin, dass vielen Versicherern noch die Datenbasis fehlt, um ihr eigenes Maklerportfolio überhaupt sauber zu klassifizieren. Wer das nachholt, steuert seine knappste Ressource, die Betreuungszeit, dorthin, wo sie den größten Ertrag bringt, statt sie gleichmäßig über alle zu verteilen.
Warum der Innendienst zum eigentlichen Betreuer wird
Die Verschiebung des Kontakts weg vom klassischen Außendienst hin zu Sachbearbeitung und Fachabteilungen ist kein Verlust, wenn man sie gestaltet. Sie ist eine Chance. Denn der Innendienst entscheidet im Alltag über genau das, was den Makler bindet: wie schnell eine Anfrage beantwortet wird, wie reibungslos eine Police policiert wird, wie verlässlich eine Zusage hält. Wer diese Kontaktpunkte digitalisiert und beschleunigt, betreut den Makler wirksamer als jeder Quartalsbesuch. Der Druck dahinter ist demografisch, denn der Fachkräftemangel in der Versicherung macht Automatisierung im Innendienst zur Notwendigkeit.
Das verlangt allerdings, den Innendienst nicht länger als reine Abwicklung zu sehen, sondern als Teil der Vertriebspositionierung. Jede schnelle, kompetente Antwort ist ein Argument für den nächsten Vorgang über dieses Haus. Jede verschleppte Rückfrage ist eines dagegen.
Was Versicherer verlieren, die zu spät umdenken
Der Markt klärt diese Frage von selbst, nur eben zugunsten der Schnelleren. Makler verteilen ihr Geschäft entlang des geringsten Aufwands, und sie merken sich, wer ihnen den Alltag erleichtert hat. Ein Versicherer, der weiter auf Beziehungspflege setzt, während der Wettbewerber Prozesse, Wissen und Segmentierung liefert, verliert nicht über Nacht, sondern schleichend, Vorgang für Vorgang. Genau weil dieser Verlust langsam kommt, wird er lange übersehen. PwC und die Versicherungsforen Leipzig beschreiben einen konsolidierenden Markt mit weniger, dafür größeren und anspruchsvolleren Maklerhäusern. In diesem Umfeld ist eine strategische Betreuung kein Komfortthema, sondern die Bedingung dafür, im relevanten Maklersegment überhaupt erste Wahl zu bleiben.
Wer zuerst umdenkt, gewinnt
Maklerbetreuung als Beziehungspflege ist austauschbar. Maklerbetreuung als strategische Funktion ist ein Vorsprung, den Wettbewerber nicht über Nacht aufholen, weil er auf Daten, Prozessen und einer klaren Segmentlogik beruht und nicht auf der Sympathie einzelner Personen. Wenn Sie Ihre Betreuung von der Kontaktpflege zur Wettbewerbspositionierung weiterentwickeln wollen, ist das genau unser Thema. Buchen Sie eine Sprechstunde, dann ordnen wir Ihre drei Hebel.
Ob Sie ein konkretes Projekt haben oder erst erkunden möchten, was möglich ist – sprechen Sie mit uns.


