Nearshoring als Antwort auf IT-Fachkräftemangel im Banking: Was funktioniert und was nicht.

Nearshoring als Antwort auf IT-Fachkräftemangel im Banking: Was funktioniert und was nicht.

Nearshoring-Modelle für IT-Kapazitäten wachsen. Für Banken gelten besondere Bedingungen durch DORA-Konformität und Datenhaltungsanforderungen.

Mar 21, 2026

Organisation

Nearshoring wächst, aber Banken sind besonders

Der Mangel an IT-Fachkräften treibt viele Unternehmen dazu, Kapazitäten ins nahe Ausland zu verlagern. Nearshoring, also die Verlagerung in Länder mit ähnlicher Zeitzone und kultureller Nähe, verspricht den Zugang zu Fachkräften, die im Inland fehlen, bei überschaubaren Reibungsverlusten. Für Banken ist dieser Weg attraktiv, denn der Fachkräftemangel trifft sie ebenso wie andere, und der Bedarf an IT-Kapazitäten wächst mit der Digitalisierung.

Doch für Banken gelten besondere Bedingungen, die das Nearshoring komplexer machen als für andere Unternehmen. Die Regulierung zur digitalen operationalen Resilienz stellt Anforderungen an die Auslagerung von Informationstechnologie, und die Anforderungen an die Datenhaltung schränken ein, wo und wie Daten verarbeitet werden dürfen. Wer als Bank nearshort, muss diese Bedingungen von Anfang an mitdenken, sonst gerät er in Konflikt mit der Aufsicht.

Was funktioniert

Nearshoring funktioniert für Banken dort, wo es sorgfältig gestaltet und in die regulatorischen Anforderungen eingebettet ist. Das bedeutet, den Nearshoring-Partner als das zu behandeln, was er ist: ein Dienstleister, der den Anforderungen an die Auslagerung genügen muss. Das verlangt die Transparenz über seine Leistungen und seine Subdienstleister, die Steuerung der damit verbundenen Risiken und die Sicherstellung, dass die Datenhaltungsanforderungen eingehalten werden.

Funktioniert die Einbettung, kann das Nearshoring den Zugang zu Fachkräften eröffnen, ohne die regulatorischen Anforderungen zu verletzen. Die Bank gewinnt Kapazität, die ihr im Inland fehlt, und sie bleibt regulatorisch auf der sicheren Seite. Entscheidend ist die Sorgfalt der Gestaltung: Ein gut aufgesetztes Nearshoring, das die besonderen Bedingungen der Bank berücksichtigt, ist ein gangbarer Weg aus dem Fachkräftemangel.

Die Datenhaltung als harte Grenze

Eine harte Grenze des Nearshorings ist die Datenhaltung. Banken unterliegen Anforderungen daran, wo und wie ihre Daten verarbeitet und gespeichert werden, und diese Anforderungen lassen sich nicht beliebig dehnen. Ein Nearshoring-Modell, das Daten an einen Ort verlagert, der den Anforderungen nicht genügt, ist von vornherein ausgeschlossen, so attraktiv die Fachkräfte dort auch sein mögen. Die Datenhaltung muss deshalb vor jeder Nearshoring-Entscheidung geklärt sein.

Diese Klärung verlangt zu prüfen, welche Daten der Nearshoring-Partner verarbeitet, wo das geschieht und ob das mit den Anforderungen vereinbar ist. Oft lässt sich ein Nearshoring so gestalten, dass die sensiblen Daten im konformen Rahmen bleiben und nur die unkritischen Tätigkeiten verlagert werden. Diese Gestaltung ist möglich, aber sie verlangt Sorgfalt, und sie muss von Anfang an mitgedacht werden, nicht nachträglich repariert, wenn die Verlagerung bereits erfolgt ist.

Die Steuerung des Partners

Ein Nearshoring-Partner ist regulatorisch ein Auslagerungspartner, und er muss entsprechend gesteuert werden. Die Bank muss die Leistung des Partners überwachen, die Risiken steuern und sicherstellen, dass der Partner und seine Subdienstleister den Anforderungen genügen. Diese Steuerung ist eine fortlaufende Aufgabe, die Ressourcen bindet, und sie gehört zur ehrlichen Rechnung des Nearshorings dazu. Wer nur die Ersparnis bei den Fachkräften sieht und den Aufwand der Steuerung übersieht, rechnet sich das Nearshoring schön.

Wir helfen Ihnen, ein Nearshoring-Modell zu gestalten, das den Fachkräftemangel lindert und zugleich die regulatorischen Anforderungen an Auslagerung und Datenhaltung erfüllt. Aus der Branche, für die Branche.

Am Ende entscheidet die Sorgfalt der Gestaltung darüber, ob Nearshoring für eine Bank funktioniert oder zum Risiko wird, und genau diese Sorgfalt unterscheidet das tragfähige Modell vom naiven, das die besonderen Bedingungen der Bank übersieht und früher oder später mit der Aufsicht in Konflikt gerät.

Was nicht funktioniert

Nicht funktioniert das naive Nearshoring, das die besonderen Bedingungen der Bank ignoriert. Wer Kapazitäten verlagert, ohne die Auslagerungsanforderungen und die Datenhaltung zu beachten, schafft ein regulatorisches Risiko, das ihn teuer zu stehen kommen kann. Die scheinbare Ersparnis des schnellen, unbedachten Nearshorings verkehrt sich dann ins Gegenteil, wenn die Aufsicht Mängel feststellt und Nachbesserung verlangt.

Wir helfen Ihnen, Nearshoring so zu gestalten, dass es den Fachkräftemangel lindert und zugleich den regulatorischen Anforderungen genügt. Aus der Branche, für die Branche. Beginnen Sie mit einer Sprechstunde.

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