Interne KI-Plattform oder SaaS: Die Entscheidung, die Banken jahrelang festlegt.

Interne KI-Plattform oder SaaS: Die Entscheidung, die Banken jahrelang festlegt.

Wer KI-Infrastruktur selbst aufbaut, hat Kontrolle und Kosten. Wer SaaS nutzt, hat Geschwindigkeit und Abhängigkeit. Diese Entscheidung trifft man besser frü...

Mar 17, 2026

Organisation

Eine Weichenstellung für Jahre

Banken stehen beim Aufbau ihrer KI-Fähigkeit vor einer grundlegenden Entscheidung: Bauen sie ihre KI-Infrastruktur selbst auf, oder nutzen sie fertige Dienste aus der Cloud? Diese Entscheidung wirkt wie eine technische Detailfrage, ist aber eine Weichenstellung, die das Institut für Jahre festlegt. Denn die Infrastruktur, für die man sich entscheidet, prägt, was möglich ist, was es kostet und wovon man abhängt, und sie lässt sich später nur mit großem Aufwand ändern.

Gerade weil die Entscheidung so langfristig wirkt, sollte sie bewusst und früh getroffen werden, nicht nebenbei und nicht spät. Eine Bank, die in die eine oder andere Richtung hineinwächst, ohne bewusst zu entscheiden, findet sich später in einer Struktur wieder, die sie nicht gewählt hat und nur schwer wieder verlassen kann. Die bewusste, frühe Entscheidung ist deshalb wichtiger, als die scheinbar technische Natur der Frage vermuten lässt.

Die eigene Infrastruktur: Kontrolle und Kosten

Wer seine KI-Infrastruktur selbst aufbaut, gewinnt Kontrolle. Er bestimmt, wie die Infrastruktur gestaltet ist, wo die Daten liegen und wie die KI arbeitet. Diese Kontrolle ist wertvoll, gerade für eine Bank, die hohe Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und regulatorische Konformität hat. Mit der eigenen Infrastruktur kann die Bank diese Anforderungen genau nach ihren Vorstellungen erfüllen, ohne von einem Anbieter abhängig zu sein.

Doch die Kontrolle hat ihren Preis. Der Aufbau und Betrieb einer eigenen KI-Infrastruktur ist aufwendig und teuer. Er verlangt Fachkräfte, die knapp sind, Investitionen, die hoch sind, und eine fortlaufende Pflege, die Ressourcen bindet. Eine Bank, die diesen Weg wählt, muss bereit sein, diese Kosten zu tragen, und sie muss die Fähigkeit haben, die Infrastruktur kompetent zu betreiben. Für manche Banken ist das machbar und sinnvoll, für andere eine Überforderung.

Die Cloud-Dienste: Geschwindigkeit und Abhängigkeit

Wer auf fertige Dienste aus der Cloud setzt, gewinnt Geschwindigkeit. Er muss die Infrastruktur nicht selbst aufbauen, sondern kann sofort loslegen, mit erprobten Diensten, die der Anbieter pflegt und weiterentwickelt. Diese Geschwindigkeit ist ein erheblicher Vorteil, denn sie erlaubt es, schnell mit der KI zu arbeiten, ohne den langwierigen und teuren Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Für viele Banken ist das der entscheidende Vorteil, weil sie schnell Wirkung erzielen wollen.

Doch die Geschwindigkeit erkauft man sich mit Abhängigkeit. Wer auf einen Cloud-Dienst setzt, hängt von dessen Anbieter ab, von seinen Preisen, seinen Bedingungen, seiner Verfügbarkeit und seiner Weiterentwicklung. Diese Abhängigkeit ist ein Risiko, besonders wenn der Dienst zu einem zentralen Bestandteil der Bank wird und sich nur schwer ersetzen lässt. Zudem stellt die Auslagerung in die Cloud regulatorische Anforderungen, die die Bank erfüllen muss. Die Geschwindigkeit der Cloud hat also ihren eigenen Preis, der in der Abhängigkeit liegt.

Die Entscheidung hängt von der Bank ab

Es gibt nicht die eine richtige Entscheidung, denn sie hängt von der Bank ab. Eine große Bank mit den Ressourcen und den Fachkräften, eine eigene Infrastruktur zu betreiben, und mit hohen Anforderungen an Kontrolle und Datenhaltung mag den Aufbau der eigenen Infrastruktur bevorzugen. Eine kleinere Bank, die schnell Wirkung erzielen will und nicht die Ressourcen für eine eigene Infrastruktur hat, mag die Cloud-Dienste vorziehen. Die richtige Entscheidung ergibt sich aus der Situation der jeweiligen Bank.

Oft ist auch ein Mittelweg sinnvoll, der die Vorteile beider Ansätze verbindet. Eine Bank kann für manche Zwecke die eigene Infrastruktur nutzen und für andere die Cloud, je nachdem, wo Kontrolle und wo Geschwindigkeit wichtiger ist. Dieser Mittelweg verlangt eine durchdachte Abgrenzung, welche Funktionen man selbst betreibt und welche man aus der Cloud bezieht. Wichtig ist, dass diese Abgrenzung bewusst getroffen wird, denn auch der Mittelweg ist eine Weichenstellung, die das Institut prägt.

Die Kosten ehrlich rechnen

Bei der Entscheidung zwischen eigener Infrastruktur und Cloud-Diensten werden die Kosten oft falsch gerechnet. Die eigene Infrastruktur erscheint teuer, weil ihre Kosten sichtbar sind: die Investitionen, die Fachkräfte, der Betrieb. Die Cloud-Dienste erscheinen günstig, weil ihre Kosten zunächst niedrig wirken. Doch diese Rechnung greift zu kurz, denn die Cloud-Dienste können mit wachsender Nutzung erheblich teurer werden, und die Abhängigkeit, die sie schaffen, hat ihren eigenen Preis, der sich nicht sofort in der Rechnung zeigt.

Eine ehrliche Rechnung betrachtet die Kosten über die gesamte Laufzeit und bezieht die versteckten Kosten ein. Bei der eigenen Infrastruktur sind das die fortlaufenden Betriebs- und Pflegekosten, bei den Cloud-Diensten die mit der Nutzung wachsenden Gebühren und die Kosten der Abhängigkeit. Erst diese vollständige Rechnung zeigt, welcher Weg über die Laufzeit günstiger ist, und sie kann zu einem anderen Ergebnis führen als der oberflächliche Vergleich der anfänglichen Kosten.

Die Frage der Wechselkosten

Ein zentraler Aspekt der Entscheidung sind die Wechselkosten, also der Aufwand, später von der gewählten Lösung wieder wegzukommen. Wer sich für einen Cloud-Dienst entscheidet und ihn tief in seine Prozesse integriert, schafft eine Abhängigkeit, die einen späteren Wechsel teuer und schwierig macht. Die Daten, die Prozesse, die gewachsenen Verbindungen lassen sich nicht ohne Weiteres auf einen anderen Dienst übertragen, und der Anbieter weiß das und kann es ausnutzen.

Deshalb sollte die Entscheidung die Wechselkosten von Anfang an bedenken. Eine Bank, die sich für einen Cloud-Dienst entscheidet, sollte darauf achten, dass sie nicht in eine Abhängigkeit gerät, aus der sie nicht mehr herauskommt. Sie sollte Vorkehrungen treffen, die einen Wechsel möglich halten, etwa indem sie ihre Daten und Prozesse so gestaltet, dass sie sich übertragen lassen. Diese Vorsorge gegen die Abhängigkeit ist Teil einer klugen Entscheidung, denn eine Lösung, die sich nicht mehr verlassen lässt, ist ein Risiko, auch wenn sie zunächst gut funktioniert.

Die strategische Bedeutung der KI

Ein Gesichtspunkt, der bei der Entscheidung oft zu kurz kommt, ist die strategische Bedeutung der KI für das Institut. Wenn die KI zu einem zentralen, wettbewerbsentscheidenden Bestandteil des Geschäfts wird, spricht viel dafür, sie selbst zu beherrschen, statt sie aus der Hand zu geben. Eine Fähigkeit, die über den Wettbewerbsvorteil entscheidet, an einen Anbieter auszulagern, kann gefährlich sein, weil man sich damit von diesem Anbieter abhängig macht und seine Kontrolle über das eigene Schicksal verringert.

Umgekehrt gilt: Wo die KI eine unterstützende Funktion erfüllt, die nicht über den Wettbewerbsvorteil entscheidet, ist die Auslagerung in die Cloud weniger problematisch. Die strategische Bedeutung der jeweiligen Anwendung sollte deshalb in die Entscheidung einfließen. Je strategischer eine KI-Anwendung ist, desto mehr spricht für die eigene Kontrolle; je unterstützender sie ist, desto eher kann man sie auslagern. Diese Abstufung nach der strategischen Bedeutung hilft, die Entscheidung für jede Anwendung richtig zu treffen.

Die Entscheidung begleiten lassen

Weil die Entscheidung so weitreichend ist und so viele Gesichtspunkte umfasst, lohnt es sich, sie nicht allein und nicht aus dem Bauch zu treffen. Eine fundierte Abwägung der Kosten, der Abhängigkeiten, der Wechselkosten und der strategischen Bedeutung führt zu einer Entscheidung, die der Situation der Bank gerecht wird und die das Institut nicht in eine Struktur zwingt, die es bereut. Diese Abwägung verlangt Erfahrung und einen klaren Blick auf die langfristigen Folgen, und genau dabei unterstützen wir Sie.

Früh und bewusst entscheiden

Die entscheidende Botschaft ist, diese Weichenstellung früh und bewusst zu treffen. Wer früh entscheidet, kann seine KI-Fähigkeit von Anfang an auf die gewählte Infrastruktur ausrichten und vermeidet, in eine Struktur hineinzuwachsen, die er nicht gewählt hat. Wer bewusst entscheidet, wägt die Vorteile und Nachteile beider Wege ab und wählt den, der zu seiner Situation passt, statt dem Zufall oder der Bequemlichkeit zu folgen.

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Wir helfen Ihnen, diese Weichenstellung bewusst zu treffen, indem wir die Vorteile und Risiken beider Wege für Ihre Situation abwägen und Sie zu der Entscheidung führen, die zu Ihrer Bank passt. Strategie und Umsetzung aus einer Hand. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.

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